Artistin jongliert mit Koffern auf der Oberburg – mit den Füßen

Beim Sommervarieté auf der Oberburg Staufenberg wirbelte Antje Pode Koffer durch die Luft. Die Auftaktveranstaltung zum 20. Open-Air war komplett ausverkauft.
Das Gepäck fliegt durch die Luft Uns auf Google folgenBeim Sommervarieté auf der Oberburg in Staufenberg wirbelt Antje Pode Koffer durch die Luft. Die komplett ausverkaufte Auftaktveranstaltung zum 20. Open-Air begeistert das Publikum. Staufenberg – Wer immer schon wissen wollte, wie man mit ordentlich viel Gepäck, aber ohne pünktlichen Anschluss, angesichts einer nicht seltenen Zugverspätung, sich die Langeweile am Bahnsteig vertreibt, war beim Sommervarieté auf der Oberburg Staufenberg an der richtigen Adresse. Künstlerin Antje Pode jonglierte nämlich mit Koffern. Weil das normalerweise niemand tut, gibt es dafür auch einen Spezialausdruck: Antipodismus oder Antipodistik. Gegenstände werden, auf dem Rücken liegend, mit den Füßen herumgewirbelt, wie das üblicherweise mit Bällen geschieht. Wer dann noch wie Pode zusätzlich Bälle mit den Händen jongliert, würde bestimmt auf jedem Bahnsteig ordentlich punkten. Komplett ausverkauft Die Auftaktveranstaltung des 20. Open-Air auf der Oberburg war komplett ausverkauft. Rund 50 Absagen habe es außerdem gegeben, war zu erfahren. Das Wetter gab sein Bestes. Ideale Bedingungen also. Das war nicht jedes Jahr so. Mal regnete es, dann kam Corona und letztens die Sanierung am Gemäuer. Die gut gelaunte Bärbel Pohl-Hondrich fand die ganz große Gästezahl überwältigend. 2005 fing alles an, so ihre Kurzinformation. Lothar Schreyeck dankte den tatkräftigen Unterstützern, der Heimatvereinigung Staufenberg und, in den Anfangsjahren auch der Theaterfabrik Gießen im Bund Deutscher Pfadfinder und Cornelia Sebald vom Burghotel Staufenberg für das Catering und der Stadt sowie dem Bauhof Staufenberg. Ein Varieté-Programm gehöre einfach zum Open-Air dazu, sagte Schreyeck. Das sei schon beim Auftakt 2005 so gewesen. Nun kündigte er hochkarätige Künstlerinnen und Künstler an. Zuvor das Grußwort des Bürgermeisters. Peter Gefeller, damals noch der 1. Stadtrat, nannte das Open-Air auf der Oberburg „einen besonderen Moment, auf den man sich schon seit Wochen freut“. Es werde gelacht und gestaunt, dazu die besondere Atmosphäre des Geländes. Insofern sei diese Veranstaltungsreihe auch „ein Stück gelebte Identität“. Sein Dank ging an die Helfer, Sponsoren und Kulturschaffenden. Pohl-Hondrich und Schreck hätten die Reihe ins Leben gerufen. Die Heimatvereinigung von Beginn an ihrer Seite. Er wünschte „einen lauen Sommerabend und klaren Sternenhimmel“. Moderator Kai Ahnung (den Nachnamen verdanke er seinen Eltern) gab erst einmal den Unbeholfenen. Er entpuppte sich jedoch sehr schnell als „der Mann mit den vielen Talenten“: Mit Stand-up-Comedy, Zaubern, Wortwitz und Improvisation motivierte er das Publikum. „Rasten sie aus, werfen sie ihre Kinder in die Luft“, rief er der begeisterten Menge zu. Es solle jedenfalls schöner werden wie in Las Vegas. Dann wurde für die kleine Frieda noch ein „Happy Birthday to You“ gesungen. Antje Pode legte los. Ein Koffer, noch einer und schließlich noch eine Tasche, in der zuvor jonglierte Bälle landeten. Nach den Koffern und Bällen kam Partner Oskar an die Reihe. Am sieben Meter hohen Trapez zeigten Anna und Levin schier halsbrecherische Akrobatik. Später kamen beide noch einmal mit Luftakrobatik am Vertikalseil. Matze Rapido jonglierte eine Nummer kleiner als Pode, sein Ding sind Diabolos, die auf Seilen immerfort in Bewegung bleiben müssen. Auftritt zwei von ihm mit Feuerstäben, die er ebenso lässig tanzen ließ. Höhepunkt war ein gemeinsamer Auftritt bei Dunkelheit mit einer tollen LED-Leuchtshow.
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