Besucherrekord, Twerken und Dating: War das der heisseste Güsche?

Das Gurtenfestival stellte dieses Jahr einen neuen Besucherrekord auf. Über 100'000 Besuchende feierten vier Tage lang in Bern. 20 Minuten war mittendrin.
Vier Tage lang wurde auf dem Berner Hausberg gesungen, getanzt und das Leben genossen. Die 43. Ausgabe des Gurtenfestivals war unter anderem geprägt von einem abwechslungsreichen Musikprogramm, inspirierenden Live-Podcasts und einem dramatischen Sommergewitter. 20 Minuten war für dich vor Ort und fasst dir hier die Highlights zusammen. Musik-Legenden und Rising Stars Der Güsche startete mit einer richtigen Ikone als Headliner. Der Jamaikaner Sean Paul brachte mit seinen Hits wie «Temperature» und «No Lie» am Mittwoch Partystimmung direkt von Jamaika nach Bern. Nicht nur die Leute, die mit seinen Songs aufgewachsen sind, tanzten ausgelassen mit. Ein Blick in die Menge bewies, dass Sean Pauls Songs auch heute noch begeistern. Weitere Legenden am diesjährigen Festival waren unter anderem Lily Allen oder Lo & Leduc. Das Gurtenfestival achtet bei seinem Line-up darauf, Newcomern eine Plattform zu bieten – insbesondere auf der Waldbühne. Ein besonderes Highlight: Am Samstag durften über 40 Kinder und Jugendliche ihre eigenen Songs performen, die sie unter Leitung von Coaches im «La Marlene Jugend & Musik Camp» geschrieben haben. Unterhaltsame und lehrreiche Gesprächsformate Seit letztem Jahr werden am Gurtenfestival nicht nur Lieder performt, sondern auch Live-Podcasts. Auf der Forumbühne sorgte dieses Jahr unter anderem Gülsha mit ihrem Format «Pitch Your Single Friend» für Unterhaltung. Auf dem Gurten verkuppelte sie nicht nur Festivalfans, sondern verliebte sich auch gleich selbst, wie sie 20 Minuten augenzinkernd erzählte . Am Samstag konnten alle, die noch Energie zum richtig Abshaken hatten, ihre Twerk-Skills im Workshop von Yanil Altagracia verbessern. Die selbst ernannte Pionierin der Schweizer Twerk-Szene und Siegerin der ersten Twerk-EM gab ihr Können den Besuchenden weiter. Kein Füdli blieb auf dem Boden! Plötzlich performt Jule X Als das Gurtenfestival sein Line-up bekannt gab, fragten sie viele: Wo ist Jule X? Der Berner gehört eigentlich zum festen Inventar des Güsche. Das dachte sich wohl auch die Swisscom. Sie holten den Rapper im Rahmen ihrer «Secret Artist Moments» für ein Überraschungskonzert auf den Berg. Die Show am Freitagnachmittag startete zwar mit technischen Problemen, zog aber zahlreiche Fans an. Bei seinem Hit «Zistig» bildete sich sogar ein spontanes Moshpit. Abwechslungsreiche Kulinarik Laktoseintolerant, Zöliakie oder vegan? Wer eine bestimmte Ernährung verfolgt, muss an Openairs meist auf Pommes ausweichen. Nicht so am Gurtenfestival: An 30 Ständen konnten sich die Besuchenden durch ein diverses Angebot probieren. Schon seit längerem achtet man am Berner Festival auf Regionalität und Nachhaltigkeit und ein grosses Angebot an vegetarischen und veganen Gerichten. Dieses Jahr war mit «No Grain No Pain» zum ersten Mal ein komplett glutenfreier Stand vertreten. Die Burger, Panini und Pinsas kamen sehr gut an: Zürcherin Noëmi vergab «solide neun von zehn Punkte». Besucherrekord und anstehendes Jubiläum Die Veranstalter ziehen eine positive Bilanz des 43. Gurtenfestivals. Mit 104'750 Besucherinnen und Besuchern wurde ein neuer Rekord erreicht. Am Mittwoch kamen 26'750 Personen aufs Gelände, am Donnerstag 24'000, Freitag und Samstag waren ausverkauft. Pro Tag waren rund 2'000 Gäste mehr als im Vorjahr dabei. Zudem verliefen die vier Tage ausserordentlich ruhig. Polizeiliche oder sicherheitsrelevante Zwischenfälle gab es laut den Verantwortlichen kaum. Das Sanitätsteam behandelte vor allem viele allergische Reaktionen, etwa nach Wespenstichen. Am Donnerstagabend sorgte die Gewitterfront kurzzeitig für Anspannung hinter den Kulissen. Fast habe man das Konzert von Headlinerin kurzfristig absagen müssen. Nach engem Austausch mit dem Management der Künstlerin und Meteorologen entschied sich die Festivalleitung jedoch für die Durchführung – das Konzert sei trotz Regen ein Erfolg gewesen. Nächstes Jahr feiert das Gurtenfestival sein 70-jähriges Bestehen. Deshalb wird es auf fünf Tage ausgedehnt und somit vom Mittwoch, 14. Juli bis und mit Sonntag 18 Juli stattfinden. 2027 könnten die Ticketpreise leicht steigen, wie die Leiter Bobby Bähler bestätigt. Man bespreche eine Kostenerhöhung von maximal zehn Franken bei den Tagespässen. 20 Minuten ist Medienpartner des Gurtenfestivals.
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