Drohnenangriff auf AKW-Chefingenieur: Russland spricht von „gezieltem Terroranschlag"

Ein gezielter Anschlag? Drohnen töten den Chefingenieur von Saporischschja. Brisant: Sein Name tauchte in offiziellen Kanälen zuvor nie auf.
Drohnenangriff auf AKW-Chefingenieur: Russland spricht von „gezieltem Terroranschlag" Uns auf Google folgenEin gezielter Anschlag? Drohnen töten den Chefingenieur von Saporischschja. Brisant: Sein Name tauchte in offiziellen Kanälen zuvor nie auf. Moskau – Russland wirft der Ukraine vor, den Chefingenieur des besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja gezielt getötet zu haben. Der Ingenieur und sein Fahrer starben bei einem Drohnenangriff auf ein Dienstfahrzeug. Laut einer Meldung des russischen Atomkonzerns Rosatom, die von AFP zitiert wird, handelte es sich um einen „gezielten Terroranschlag des Kiewer Regimes“. Der getötete Chefingenieur wurde als Alexander Jakowlow identifiziert. Rosatom-Chef Alexej Lichaschow erklärte laut AFP, Jakowlow habe sein Leben der Kernenergie gewidmet und sei an seinem „Gefechtsposten“ gestorben. AFP merkt dazu an, dass Jakowlow auf den offiziellen Telegram-Kanälen des Kraftwerks und von Rosatom zuvor nie erwähnt worden war. AKW-Chefingenieur offenbar tot: Moskau tobt, IAEA warnt vor Eskalation Der dpa zufolge präzisierte Lichaschow via Telegram den Ort des Geschehens: Die ukrainische Drohne habe das Dienstfahrzeug „an der Grenze zwischen dem Werksgelände des Kraftwerks und der Stadt Enerhodar“ getroffen. Auch der Fahrer des Wagens sei bei dem gezielten Angriff ums Leben gekommen. Russland nutzte den Vorfall im Ukraine-Krieg umgehend für diplomatischen Druck. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, forderte laut dpa auf Telegram eine „klare und unmissverständliche Erklärung“ von internationalen Gremien – insbesondere von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und deren Chef Rafael Grossi –, um den Vorfall als „Mord“ zu verurteilen. Die Reaktion der Atomaufsicht folgte kurz darauf. Wie die dpa berichtet, verurteilte IAEA-Chef Rafael Grossi den Vorfall auf der Plattform X als „inakzeptabel“ und als eine Gefährdung der nuklearen Sicherheit. Er rief dazu auf, sämtliche Angriffe auf oder in der Nähe von Nuklearanlagen sowie deren Personal einzustellen. Atomkraftwerk Saporischschka: Europas größtes AKW bleibt ein Pulverfass Flankiert wurde der Vorfall von weiteren militärischen Aktivitäten in der Region. Wie die dpa unter Berufung auf den Leiter der russischen Besatzungsbehörden, Jewgeni Balizki, berichtet, kam es in der Kraftwerksstadt Enerhodar nach ukrainischen Drohnenangriffen zu einem kompletten Stromausfall. Soziale Einrichtungen mussten über Dieselgeneratoren versorgt werden. Das AKW Saporischschja ist mit einer Nennleistung von 6000 Megawatt das größte Atomkraftwerk Europas. Die Anlage mit ihren sechs Reaktoren befindet sich seit März 2022 unter russischer Kontrolle und liegt nahe der Front. Zwar sind alle Reaktoren aus Sicherheitsgründen aktuell heruntergefahren, laut AFP benötigt das Werk jedoch weiterhin kontinuierlich Elektrizität, um die kritischen Kühl- und Sicherheitssysteme zu betreiben. Seit Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine im Februar 2022 beschuldigen sich beide Parteien regelmäßig gegenseitig, durch Angriffe eine Atomkatastrophe zu riskieren. (Quellen: AFP, dpa) (frs)
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