„Ein Geschenk für Russland“: Kriegsblogger jubeln über Fedorows Rauswurf

Fedorows Entlassung löst Proteste aus – russische Kriegsbefürworter feiern den Schritt.
„Ein Geschenk für Russland“: Kriegsblogger jubeln über Fedorows Rauswurf Uns auf Google folgenFedorows Entlassung löst Proteste aus – russische Kriegsbefürworter feiern den Schritt. Russische Militärblogger und Kriegsbefürworter haben die Entlassung des ukrainischen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow offen begrüßt. Sie bewerteten sie als strategischen Fehler, der Kiews technologischen Vorteil auf dem Schlachtfeld schwächen könnte. In der Ukraine löste der Rauswurf dagegen Proteste und einen offenen Machtkampf in der militärischen Führung aus. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de. Fedorow habe neue Technik schnell an die Front gebracht und damit russische Einsätze erschwert, erklärten mehrere russische Militärkommentatoren. Einer bezeichnete seine Ablösung sogar als „Geschenk“ und äußerte die Hoffnung, dass Beschaffung und Modernisierung in der Ukraine wieder durch Bürokratie und Korruption gebremst würden, wie die ukrainische Zeitung Kyiv Post berichtet. Ähnlich äußerten sich weitere kremlnahe Stimmen. Fedorow sei ein „intelligenter und effektiver Gegner“ gewesen, schrieb der russische Militärblogger Alexej Schiwow laut dem unabhängigen russischen Medium Astra. Nun könne es für Russland leichter werden. Der Duma-Abgeordnete Andrej Kolesnik erklärte demnach, Fedorow habe langjährige Korruptionssysteme aufgedeckt und versucht, Waffenlieferungen zu verbessern. Selenskyj solle deshalb ruhig weitere fähige Leute entlassen, sagte Kolesnik spöttisch. Auch ein Kommentator der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti begrüßte Fedorows Ablösung. Der Kreml spielte die Personalentscheidung dagegen herunter. Es sei für Russland grundsätzlich unerheblich, wer das ukrainische Verteidigungsministerium leite, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur TASS. Entscheidend sei, dass in Kiew jemand Verantwortung übernehme und Entscheidungen für eine Beendigung des Krieges treffe. Fedorow greift Armeechef Syrskyj an Fedorow verlor sein Amt nach sechs Monaten im Zuge einer Regierungsumbildung. Kurz darauf griff der 35-Jährige den ukrainischen Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj öffentlich an. Dieser habe Initiativen blockiert und die Modernisierung der Streitkräfte behindert, sagte Fedorow laut Kyiv Post. „Statt einen Weg zu finden, Russland asymmetrisch zu besiegen, hat er einen Weg gefunden, unser Land zu spalten“, sagte Fedorow über Syrskyj nach Angaben des britischen Senders BBC. Zuvor habe er Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits gebeten, den Oberbefehlshaber abzulösen. Später habe er einem weiteren Versuch zur Zusammenarbeit zugestimmt. Syrskyj dankte Fedorow knapp für dessen Arbeit. Auf die Vorwürfe ging er nicht ein. Selenskyj räumte ein, dass beide keine tragfähige Arbeitsbeziehung aufgebaut hätten. Der Konflikt sei nicht nur ihr Problem, sondern auch seines. Während Fedorows Amtszeit baute die Ukraine ihre Drohnenbeschaffung aus. Sie führte zudem ein Punktesystem für erfolgreiche Angriffe ein und verstärkte ihre Fähigkeiten für Schläge über mittlere und große Entfernungen, wie Kyiv Post berichtet. Tausende protestieren gegen die Entlassung Nach der Entscheidung gingen in mehreren ukrainischen Städten Menschen auf die Straße. Allein nahe dem Präsidentenbüro in Kiew versammelten sich nach Schätzung der Kyiv Post zwischen 5.000 und 7.000 Demonstranten. Sie riefen Fedorows Namen und skandierten: „Wenn es funktioniert, fasst es nicht an.“ Ein ukrainischer Soldat bezeichnete die Entlassung gegenüber der BBC als den „schlimmsten Fehler“, den Selenskyj während seiner Präsidentschaft begangen habe. Der Blogger Serhij Sternenko, den Fedorow als Berater ins Ministerium geholt hatte, nannte ihn den besten Verteidigungsminister in der Geschichte des Landes. Zugleich beklagte er bürokratische Hürden und künstliche Verzögerungen bei den Reformen. Selenskyj ernannte Generalmajor Jewhenij Chmara zum amtierenden Verteidigungsminister. Chmara leitete zuvor kommissarisch den ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU und kommandierte dessen Spezialeinheit Alpha. Er soll auch weitreichende Operationen koordinieren. Die dauerhafte Besetzung des Ministerpostens muss noch parlamentarisch geregelt werden, wie Kyiv Post berichtet. Die Ukraine verteidigt sich seit Februar 2022 gegen den von Russlands Präsident Wladimir Putin befohlenen Angriffskrieg. (Quellen: Astra, BBC, Kyiv Post, TASS, eigene Recherche.)
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