Ernte unter Hitze-Stress: Werden jetzt Mehl und Co. in Baden-Württemberg teurer?

Die Hitzewelle hat die Ernte in Baden-Württemberg vorgezogen: Beim Weizen drohen regional Einbußen. Doch wird Mehl, Brot oder Öl jetzt teurer?
Die letzte Hitzewelle ist kaum vorbei, schon soll die nächste auf Deutschland zurollen. Das geht nicht nur den Gewässern an die Substanz, sondern auch der Landwirtschaft. Wie der SWR berichtet, musste in Rheinland-Pfalz bereits das Weizen eingefahren werden. Die Mais-Ernte würde „dürftig“ ausfallen. Wie ist die Lage in Baden-Württemberg? Landesbauernverband zieht trotz Hitze positive Bilanz Auf Nachfrage beim Landesbauernverband wird klar: Auch hier muss die Ernte in Teilen verfrüht durchgeführt werden. Das betrifft etwa die Weizenernte, vereinzelt den Winterraps. Allerdings prägte die Hitzewelle in den vergangenen Wochen "zu einem nicht mehr kritischen Entwicklungszeitpunkt“ das Land. Bei der bereits geernteten Wintergerste seien die Erträge durchschnittlich bis leicht überdurchschnittlich, bei insgesamt guten Qualitäten. Grund seien Niederschläge und kühlere Temperaturen im Mai und Anfang Juni. „Kritischer sieht es beim Weizen und der Sommergerste aus. Zum Zeitpunkt der Hitze befanden sie sich in vielen Regionen in der Kornfüllungsphase“, teilt der Verband mit. Eine abschließende Beurteilung zum Ausmaß könne zum aktuellen Stand aber noch nicht abgegeben werden. Dies gelte auch für Sommergetreide und Raps. „Wir erwarten große regionale Unterschiede, aber auch Unterschiede innerhalb einzelner Regionen. Dies liegt zum einen an der Hitze Ende Juni, aber auch an zu geringen Niederschlägen, die auf sandigen oder flachgründigen Böden zu Trockenstress und damit Ertrags- und Qualitätseinbußen geführt hat“, heißt es weiter. Insgesamt geht der Verband von einer durchschnittlichen Ernte aus, bei relativ großen regionalen Ertragsschwankungen. Ob es zu größeren Ausfällen komme, sei stark Standort- und Kulturabhängig. Je nach Region werden starke Ertragsschwankungen erwartet. „Beim Mais und Zuckerrübe wird zum aktuellen Stand mit deutlichen Ertragseinbußen gerechnet“, so der Verband. Hohe Kosten für Dünger und Diesel belasten Landwirtschaft weiterhin Dass Verbraucher deswegen mit höheren Lebensmittelkosten rechnen müssen, hält der Landesbauernverband für unwahrscheinlich. Allein wegen der aktuellen Trockenheit müssten Verbraucher bei Produkten aus Baden-Württemberg derzeit nicht mit höheren Preisen rechnen. Gleichzeitig verweist der Verband auf andere Kostentreiber. Betriebsmittel wie Dünger und Diesel seien weiterhin sehr teuer, unter anderem wegen der angespannten Lage im Nahen Osten. Ob sich das später auf Lebensmittelpreise auswirkt, hänge laut Verband aber maßgeblich von Entscheidungen des Lebensmitteleinzelhandels ab. Außerdem betont die Verbraucherzentrale, dass bei weltweit gehandelten Agrarrohstoffen Märkte teils schon auf Ernteprognosen reagieren, noch bevor sie geerntet wurden. Das könne Preisbewegungen früher auslösen. Welche Produktgruppen konkret besonders betroffen sein könnten, könne die Verbraucherzentrale ohne konkrete Zahlen zu Ausfällen jedoch nicht seriös benennen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher seien Preisanstiege meist eine „Black Box“. Hinter höheren Preisen könnten viele Ursachen stecken, zum Beispiel: - Ernteausfälle durch Wetterextreme oder Schädlinge - höhere Energie-, Miet- oder Personalkosten - Krisen und Kriege, die Handelswege beeinträchtigen (als Beispiel nennt sie die Straße von Hormus)
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