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Fledermausexkursion in Lich: Biologin zeigt, wie die Tiere jagen

Fledermausexkursion in Lich: Biologin zeigt, wie die Tiere jagen

Eine Diplom-Biologin hat Kinder und Erwachsene am Waldschwimmbad in die Welt der Fledermäuse eingeführt. Die Teilnehmer durften mit Gummibärchen nachstellen, wie die Tiere ihre Beute fangen.

Fledermausexkursion: Biologin zeigt, wie die Tiere jagen Uns auf Google folgenEine Diplom-Biologin hat Kinder und Erwachsene am Waldschwimmbad in die Welt der Fledermäuse eingeführt. Die Teilnehmer durften mit Gummibärchen nachstellen, wie die Tiere ihre Beute fangen. Lich – Fliegen Fledermäuse wirklich in die Haare von Menschen und verheddern sich in ihnen? Wie viele Mücken frisst eine Fledermaus pro Nacht? Und warum fliegt sie eigentlich nachts? Spannenden Fragen wie diesen sind Kinder und Erwachsene am Samstagabend bei der Fledermausexkursion im Licher Waldschwimmbad nachgegangen. Der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen hatte dazu eingeladen, sich mit den kleinen Säugetieren zu beschäftigen. Bevor die Exkursion bei Einbruch der Dunkelheit begann, hatte sich der neue Vorstand des Ortsverbandes, bestehend aus Anna Delius, Armin Hofmann und Hans-Jörg Lacour, beim gemeinsamen Grillen vorgestellt. Für die Führung hatte der Ortsverband eine Expertin für die heimischen Arten gewonnen: Diplom-Biologin Ulrike Balzer aus Lich kennt die kleinen Kobolde der Nacht und das Fledermausvorkommen in Lich bestens. Faszinierende Tiere Kurzweilig erzählte sie den Kindern und Erwachsenen von den faszinierenden Tieren. Vom Winterschlaf bis zum Herumhängen im Sommer stellte sie das Verhalten der Tiere vor. So erfuhren die Teilnehmer zum Beispiel, dass sie nachts fliegen, weil sie dann mehr Nahrung und weniger (Fress-)Feinde haben. Oder dass die Fledermaus nicht vom Boden aus starten kann. Wenn sie mal umständehalber am Boden landet, klettert sie mit ihren Daumen (das sind die kleinen Fortsätze oben am Flügel) einen Baum hoch, um sich dann wieder fallen zu lassen. Nur so kommt sie zurück ins Fliegen. In Hessen leben insgesamt 21 verschiedene Fledermausarten, zu denen unter anderem die Zwergfledermaus, das Große Mausohr und die Wasserfledermaus gehören. Fast alle diese Tiere sind in ihrem Bestand gefährdet und stehen auf der Roten Liste bedrohter Tierarten. Die kleinste und häufigste Art ist die Zwergfledermaus, die oft an Hauswänden und in Spalten lebt, führte Balzer aus. Die Wasserfledermaus – die sich auch im Waldschwimmbad beobachten ließ – jagt niedrig über fließenden oder stehenden Gewässern nach kleinen Insekten. Und das Große Mausohr ist eine sehr große heimische Art, die gerne große Dachböden von Kirchen oder alten Gebäuden als Kinderstube nutzt, und schon mal im Licher Schloss beobachtet wurde. Auch das Graue Langohr – eine stark gefährdete Art – gibt es in Lich. Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die das Fliegen im Laufe der Evolution erlernt haben, und es gibt sie schon seit 50 Millionen Jahren. Doch ihre Bestände sind durch menschliches Verhalten stark reduziert. Sie haben Lebensraum und Quartiere verloren und auch der Einsatz von Umweltgiften hat starke Auswirkungen auf sie. Eingebautes Echo-System Umso wichtiger ist es, für sie zu sensibilisieren. Im Waldschwimmbad gelang das der Biologin Balzer bestens. Unterhaltsam und kindgerecht begeisterte sie die Mädchen und Jungen. Diese durften auch gleich mal ausprobieren, wie die Fledermaus ihre Beute am besten fängt, indem Balzer den Kindern vegane Gummibärchen zuwarf. Mit dem Mund? Klappt nicht so gut. Aber mit dem Pulli – bei der Fledermaus ist damit die Schwanzflughaut gemeint – lassen sie sich besser greifen. „Dafür benötigen die Fledermäuse ihr eingebautes Echo-System“, erläuterte Balzer. Unentwegt rufen die Tiere, um sich mit den Ultraschallwellen zu orientieren. Dank Echolot erkennen die Tiere selbst Hindernisse, die so breit wie ein menschliches Haar sind, präzise. Die Laute von ihrem unentwegten Rufen sind allesamt für den Menschen nicht wahrnehmbar. Mit dem sogenannten Batdetektor begab sich Balzer dann mit den Teilnehmern der Exkursion rund um den Teich auf die Suche und es dauerte nicht lange, bis die ersten Geräusche kamen. Und wer genau hinhörte, konnte erkennen, dass jede Fledermausart dabei ihre ganz besondere Rufcharakteristik hat. Die Tiere sind flott unterwegs, denn eine Fledermaus frisst pro Nacht eine Insektenmenge, die etwa einem Drittel ihres eigenen Körpergewichts entspricht, führte Balzer aus. Das sind etwa 4000 Mücken pro Nacht. Und dass sich Fledermäuse in den Haaren verheddern, ist ein reines Märchen. Die Tiere fliegen nicht gezielt in Haare, sie meiden Menschen beim Fliegen, und sie sind überhaupt ausgezeichnete Flieger. Dank des Ultraschalls nehmen Fledermäuse ihre Umwelt haargenau wahr und aufgrund ihrer enormen Reaktionsschnelligkeit gibt es keine Kollisionen mit dem Menschen. „Der Mythos kann entstanden sein, weil Mücken oder Insekten oft um den Kopf schwärmen, was so manche Fledermaus vielleicht anlockte“, verdeutlichte die Expertin.

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