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Gaza: Beobachter verzeichnen Zunahme israelischer Angriffe

Gaza: Beobachter verzeichnen Zunahme israelischer Angriffe

Eigentlich gilt seit vergangenem Oktober eine Waffenruhe zwischen der radikal-islamische Hamas und Israel. Dennoch fliegt Israel regelmäßig Luftangriffe im Gazastreifen - allein im Juni mehr als 40.

Bei neuen israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben mindestens fünf Menschen getötet worden. Zwei Menschen seien bei einem Luftangriff nahe Tuffah im Norden des Küstengebiets ums Leben gekommen, sagten Rettungskräfte am Donnerstag. Ein weiterer Mensch sei durch israelischen Panzerbeschuss im östlichen Stadtteil Sejtun von Gaza-Stadt getötet worden. Zudem habe es bei Angriffen auf ein Zeltlager ⁠für Vertriebene im Westen von Gaza-Stadt sowie auf ein Fahrzeug in Chan Yunis im Süden Tote gegeben. Das israelische Militär äußerte sich bisher nicht zu den Vorfällen. Zeitgleich berichtete die US-Beobachtungsstelle ACLED über einen deutlichen Anstieg israelischer ‌Angriffe auf ein Niveau, das seit dem Inkrafttreten ‌der Waffenruhe im Oktober nicht mehr erreicht worden sei. Im Juni seien mehr als 40 Luft- und Drohnenangriffe auf die radikal-islamische Hamas und andere militante Gruppen registriert worden – der höchste Monatswert seit dem Abkommen. „Da die Opposition in Umfragen vorn liegt, wächst der innenpolitische Druck auf den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, eine härtere Sicherheitslinie gegenüber der Hamas einzuschlagen“, sagte Nasser Khdour von ACLED mit Blick auf ‌die israelische Parlamentswahl im Oktober. Die Waffenruhe hatte zwar die schweren Kämpfe beendet, jedoch nicht die nahezu täglichen israelischen ‌Angriffe gestoppt. Nach Angaben palästinensischer ‌Gesundheitsbehörden wurden seit Oktober mehr als 1100 Palästinenser getötet – die meisten davon Zivilisten. Auf israelischer Seite kamen im selben Zeitraum vier Soldaten durch Angriffe militanter Palästinenser ums Leben. Israel betont, die Angriffe dienten der Abwehr von Anschlägen. Der Konflikt begann ‌am 7. Oktober 2023 mit einem Großangriff der Hamas auf Israel, bei dem nach israelischen Angaben etwa 1200 Menschen getötet wurden. Bei der anschließenden israelischen Militäroffensive wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums im Gazastreifen mehr als 73 000 Palästinenser getötet. Fast alle ⁠der zwei Millionen Einwohner des Gazastreifens leben unter der Kontrolle der ‌Hamas auf ‌einem schmalen Küstenstreifen in Behelfszelten oder beschädigten Gebäuden.

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