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Geschäft mit den Toten – Mit Einstein und Marilyn Millionen verdienen

Geschäft mit den Toten – Mit Einstein und Marilyn Millionen verdienen
Source:srf

Noch Jahrzehnte nach ihrem Tod bringen Promis Millionen ein. Ein gutes Geschäft für eine spezialisierte Branche.

Albert Einstein wehrte sich zu Lebzeiten gegen die Ausbeutung seines Images. Ironie des Schicksals: 70 Jahre nach seinem Tod ist der berühmte Physiker zu einer der lukrativsten Marken auf dem Markt der verstorbenen Prominenten geworden. 2022 nutzte ihn ein amerikanischer Mobilfunkanbieter in einer Werbekampagne, in der der Schauspieler Paul Giamatti Einstein verkörperte. Das Urheberrecht ermöglicht es den Erben verstorbener Künstlerinnen, weiterhin Einnahmen zu generieren. Daraus hat sich ein eigener Wirtschaftszweig entwickelt: Unternehmen, die auf die Vermarktung und den Schutz des Images verstorbener Sänger, Schauspieler, Sportler oder historischer Persönlichkeiten spezialisiert sind. Eines dieser Unternehmen ist CMG International. Es wurde Anfang der 1980er-Jahre gegründet und verwaltet unter anderem die Bildrechte von John Wayne, Neil Armstrong oder der Bürgerrechtsaktivistin Rosa Parks. Wie Einstein bringen manche dieser Persönlichkeiten noch Jahrzehnte nach ihrem Tod Millionenbeträge pro Jahr ein. Der CMG-Chef mit einer Anekdote über die Grenzen des Rechts CMG sieht seine Aufgabe darin, das Andenken an Verstorbene lebendig zu halten und sie neuen Generationen bekannt zu machen. Gleichzeitig vermittelt das Unternehmen kommerzielle Partnerschaften, ähnlich wie bei lebenden Stars. Allerdings nicht um jeden Preis: So lehnte CMG etwa eine Anfrage ab, den Namen von James Dean für eine Kondommarke zu verwenden. CMG ist nicht allein auf diesem Markt. Zu den grossen Konkurrenten gehört die Authentic Brands Group, die unter anderem die Rechte an Marilyn Monroe, Elvis Presley und Muhammad Ali besitzt. Laut der britischen Zeitschrift «The Economist» bringt allein die Marke Marilyn Monroe rund 80 Millionen Dollar pro Jahr ein. Die 1962 verstorbene Schauspielerin hat weiterhin Millionen von Followern in sozialen Netzwerken. Mit ihr wird noch immer für Champagner, Porzellan, Schuhe oder Schokolade geworben. Das Geschäft mit verstorbenen Stars macht derzeit zwar nur rund 20 Prozent des Umsatzes von Authentic Brands aus. Konzerngründer Jamie Salter möchte diesen Anteil jedoch ausbauen. Er strebt einen Börsengang an und hofft, den Umsatz des Unternehmens in den kommenden fünf Jahren von derzeit 38 auf 100 Milliarden Dollar zu steigern. Gegenüber dem Branchenmagazin «Variety» betonte Salter, dass es nicht nur um kommerzielle Interessen gehe. «Wir pflegen und verlängern mit Marilyn und Elvis ein Erbe. Wir sind nicht einfach Eigentümer einer Marke», sagte er. «Wir sehen uns als Hüter eines kulturellen geistigen Eigentums.» Mit KI kam der «Wilde Westen» KI verändert die Branche in zweierlei Hinsicht. Einerseits eröffnet sie neue Möglichkeiten: So brachte eine Alkoholmarke 2024 in einer Werbekampagne die lebenden Rapper Dr. Dre und Snoop Dogg mit den verstorbenen Entertainern Frank Sinatra und Sammy Davis Jr. zusammen. Zudem schaffen Streaming-Plattformen neue Absatzmärkte: Authentic hat ein eigenes Produktionsstudio eröffnet, an einer Elvis-Dokumentation mitgewirkt und arbeitet an einer Mohamed-Ali-Miniserie für Amazon Prime. Andererseits erleichtert es KI Dritten, nicht autorisierte Inhalte herzustellen. «Es ist der Wilde Westen», heisst es bei CMG. Das Unternehmen lässt deshalb das Internet nach möglichen Urheberrechtsverletzungen durchsuchen.

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