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Höchster Wert seit Kriegsbeginn: EU-Gaspreis steigt auf 62,72 Euro pro MWh

Höchster Wert seit Kriegsbeginn: EU-Gaspreis steigt auf 62,72 Euro pro MWh

Die Gaspreise in der EU haben mittlerweile ihren Allzeithöchststand seit Beginn des Iran-Krieges überschritten (Bild: GreenOak/Shutterstock.com) Weil LNG-Tanker die Straße von Hormus meiden, steigen die Energiepreise. Die EU-Kommission erlaubt bereits geringere Lagerbestände, dennoch besteht weiterhin die Gefahr teurer Anschaffungen. Der europäische Referenzpreis für Erdgas erreichte am 22. Juli einen Wert von 62,72 Euro pro Megawattstunde ...

Die Gaspreise in der EU haben mittlerweile ihren Allzeithöchststand seit Beginn des Iran-Krieges überschritten (Bild: GreenOak/Shutterstock.com) Weil LNG-Tanker die Straße von Hormus meiden, steigen die Energiepreise. Die EU-Kommission erlaubt bereits geringere Lagerbestände, dennoch besteht weiterhin die Gefahr teurer Anschaffungen. Der europäische Referenzpreis für Erdgas erreichte am 22. Juli einen Wert von 62,72 Euro pro Megawattstunde (MWh) und durchbrach damit das bisherige Allzeithoch seit Ausbruch des amerikanisch-israelischen Angriffskrieges gegen Iran Ende Februar. Der bisherige Spitzenwert lag bei 61,8 Euro. Es wurde am 19. März erreicht, kurz nach massiven iranischen Angriffen auf LNG-Anlagen in Katar. Lesen Sie mehr nach der Anzeige Der niederländische Erdgas-Referenzpreis (TTF) war bereits am Montag, 20. Juli, kurzzeitig über 60 Euro pro MWh gestiegen, nachdem die USA ihre Luftangriffe verstärkten und der Iran mit Angriffen auf Bahrain und Kuwait reagierte. Im Laufe des Montags gab der Preis leicht auf rund 57 Euro nach, bevor er bis Mittwoch weiter auf über 62 Euro kletterte. Straße von Hormus als Flaschenhals Die Straße von Hormus gilt als weltweit wichtigste maritime Energieader: Rund ein Fünftel der weltweiten LNG-Mengen werden durch sie transportiert. Laut dem Marktanalyseunternehmen Independent Commodity Intelligence Services (ICIS) sind seit Kriegsausbruch am 28. Februar 2026 nur 26 LNG-Tanker durch die Meerenge in Richtung Osten gefahren – in normalen Monaten sind es 90 bis 100. Händler berichten, dass allein die Bedrohung ausreicht, um die Versicherungsprämien für Kriegsrisiken in die Höhe zu treiben. Auch der Ölpreis reagierte: Der Rohölpreis der Nordseesorte Brent überschritt am Sonntag kurzzeitig die 90-Dollar-Marke pro Barrel und damit den höchsten Stand seit einem Monat, beruhigte sich dann aber für kurze Zeit etwas, wie aus iranischen Angaben über laufende Vermittlungsgespräche hervorgeht. Mittlerweile steigt der Ölpreis wieder stark an und lag am Mittwochnachmittag bei über 94 US-Dollar pro Barrel. Lesen Sie mehr nach der Anzeige Gasspeicher deutlich unter Vorjahresniveau Die Situation verschärft sich, weil Europa seine Gasspeicher für den Winter auffüllen muss. Laut Daten von Gas Infrastructure Europe waren die EU-Speicher Mitte Juli nur zu 54,2 Prozent gefüllt – rund zehn Prozentpunkte weniger als im Vorjahr und deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt. In Deutschland lag der Füllgrad lediglich bei 45,5 Prozent. Die EU verlangt von den Mitgliedsstaaten, dass sie vor Beginn des Winters einen Speicherstand von 90 Prozent erreichen – eine Regelung, die nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 eingeführt wurde. Die EU-Kommission hat die Mitgliedsstaaten kürzlich darüber informiert, dass sie bei schwierigen Marktbedingungen um bis zu 80 Prozent abweichen können. Um drohende Versorgungsengpässe zu vermeiden, hat die EU-Kommission außerdem vorgeschlagen, die ursprünglich für Januar 2017 geplante Verschärfung der Einfuhrbestimmungen für Öl und Gas (die strengere Werte für Methanemissionen einführt) durch eine Aussetzung der Bußgelder für drei Jahre faktisch nicht anzuwenden. Nach Angaben der europäischen Energieregulierungsbehörde ACER müsste Europa die LNG-Importe im Jahresvergleich um 13 Prozent steigern, um das 90-Prozent-Ziel zu erreichen. Allerdings wäre das untere Ziel von 80 Prozent auch mit dem Importniveau von 2025 erreichbar. Modellrechnungen der Informationsplattform Energy Flux zufolge sollen die Speicher bei gleichbleibenden Speicherraten bis zum 1. November einen Vollausbau von rund 73 Prozent erreichen. Es droht teurer Nachschub Andreas Schroeder, Leiter Energieanalyse bei ICIS, erklärte: „Ein kalter Winterstart würde die Kosten zur Erreichung des EU-Speicherziels von 80 Prozent deutlich erhöhen.“ Obwohl Versorgungssicherheit grundsätzlich erreichbar sei, „steigen die Kosten dafür stark an.“ ICIS schätzt, dass Europa im Herbst rund 54 Euro pro MWh zahlen müsste, um die Speicher zu füllen – wenn der Winter kalt beginnt, könnten es bis zu 60 Euro sein. Bleibt der Preis dauerhaft bei etwa 60 Euro, könnte dies laut ICIS „potenziell kostspielige staatliche Eingriffe zur Versorgungssicherung“ erforderlich machen. ACER schätzte die zusätzlichen Abfüllkosten bei einem Preisniveau von 50 Euro pro MWh auf 10 bis 15 Milliarden Euro. ICIS hat seine Prognose für die weltweite LNG-Versorgung in diesem Jahr bereits von 441 Millionen Tonnen auf 431 Millionen Tonnen gesenkt. GN De bus| Source | domain www.telepolis.de

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