Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt: Geld für Dolmetscher alle

Die Beratungsstelle des SkF Gießen hat keine Spendengelder mehr für Übersetzungen. Professionelle Dolmetscher müssen regelmäßig hinzugezogen werden, weil Beratungen oft kurzfristig stattfinden.
Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt: Geld für Dolmetscher alle Uns auf Google folgenDie Beratungsstelle des SkF Gießen hat keine Spendengelder mehr für Übersetzungen. Professionelle Dolmetscher müssen regelmäßig hinzugezogen werden, weil Beratungen oft kurzfristig stattfinden. Gießen – Die Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt des Sozialdienstes Katholischer Frauen Gießen ruft zu Spenden auf, um notwendige Dolmetschleistungen zu finanzieren. Wie die Beratungsstelle mitteilt, sind die bisher für Übersetzungen zur Verfügung stehenden Spendengelder vollständig aufgebraucht. „Jeder Mensch sollte unabhängig von Sprachbarrieren Zugang zu Beratung und Unterstützung haben“, betonen die Mitarbeiterinnen der Interventionsstelle. Gerade in Fällen häuslicher Gewalt sei eine verständliche und vertrauensvolle Kommunikation unerlässlich. Dolmetschleistungen seien daher ein wichtiger Baustein, um Betroffene über ihre Rechte und mögliche Schutzmaßnahmen zu informieren. Unterstützung erhält die Beratungsstelle durch das Büro für Integration der Stadt Gießen. Dieses stellt – gefördert durch das Landesprogramm WIR des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales – einen Pool ehrenamtlicher Laiendolmetscher zur Verfügung. Da Beratungsgespräche jedoch häufig kurzfristig stattfinden und nicht für alle Sprachen Ehrenamtliche verfügbar sind, müssen regelmäßig professionelle Dolmetschleistungen in Anspruch genommen werden. Diese werden ausschließlich aus Spenden finanziert. Auch anonym möglich Die Interventionsstelle berät Menschen ab 18 Jahren, die von häuslicher Gewalt betroffen oder bedroht sind. Die Beratung ist vertraulich, parteilich und ergebnisoffen; auf Wunsch kann sie anonym erfolgen. Zum Angebot gehören die Einordnung der individuellen Situation, Informationen zu Formen und Dynamiken häuslicher Gewalt sowie die Entwicklung von Schutzmaßnahmen. Darüber hinaus unterstützt die Interventionsstelle Betroffene bei Anträgen nach dem Gewaltschutzgesetz und bei der Suche nach einem Platz in einem Frauenhaus. Außerdem arbeitet sie nach dem proaktiven Beratungsansatz: Nach einem Polizeieinsatz wegen häuslicher Gewalt leitet die Polizei mit Einwilligung der betroffenen Person deren Kontaktdaten weiter. Innerhalb von drei Tagen nehmen die Mitarbeiterinnen dann Kontakt auf und unterbreiten ein Beratungsangebot. Ziel ist es, Betroffene möglichst frühzeitig zu erreichen, sie über ihre Handlungsmöglichkeiten zu informieren und gemeinsam Wege aus der Gewalt zu entwickeln. Spenden gehen auf das Konto des Sozialdienstes Katholischer Frauen Gießen bei der Volksbank Mittelhessen, IBAN: DE04 5139 0000 0000 4008 07, BIC: VBMHDE5F. Als Verwendungszweck ist „Dolmetschleistungen Interventionsstelle“ anzugeben. Die Spenden werden laut Mitteilung direkt und ohne Abzüge für die Betroffenen aufgewendet; eine Spendenquittung ist möglich.
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