Politics·

Jetzt „Hochrisikozeit“ - UNO bei Kinderehe-Verbot „vom Kurs abgekommen“

Jetzt „Hochrisikozeit“ - UNO bei Kinderehe-Verbot „vom Kurs abgekommen“
Source:krone

Die UNO hat sich zum Ziel gesetzt, das „globale Problem“ Zwangsehen von Minderjährigen bis 2030 global zu beenden. Betroffen seien weltweit rund 650 Millionen Frauen und Mädchen, zwölf Millionen unter 18-Jährige werden jedes Jahr verheiratet. In 92 Ländern ist zudem die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung noch weitverbreitet.

Die UNO hat sich zum Ziel gesetzt, das „globale Problem“ Zwangsehen von Minderjährigen bis 2030 global zu beenden. Betroffen seien weltweit rund 650 Millionen Frauen und Mädchen, zwölf Millionen unter 18-Jährige werden jedes Jahr verheiratet. In 92 Ländern ist zudem die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung noch weitverbreitet. Die Liste der Folgen für die Betroffenen ist lang: Schwangerschaften in jungen Jahren und die damit einhergehenden gesundheitlichen Risiken, häusliche Gewalt durch den Ehemann sowie ein Verlust an Bildung, da die verheirateten Mädchen oftmals zu Hause bleiben müssen. Die Mädchen werden zudem häufig gänzlich von ihrer Familie, Freunden und dem gewohnten Umfeld isoliert. James Gray, Senior Advisor für Kinderschutz bei UNICEF, mahnte: „Leider sind wir vom Kurs abgekommen.“ Er betont, dass der Weltwirtschaft durch Kinderehen jedes Jahr 175 Milliarden Dollar Schaden durch verloren gegangene Einkünfte, verringerte Produktivität und Gesundheitskosten entstehen. Die höchste Dichte an Kinderehen weisen Länder in Sub-Sahara-Afrika auf. 31 Prozent der 20- bis 24-jährigen Frauen wurden vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Auch Burschen sind vor Kinderehen nicht sicher, wenngleich Mädchen sechsmal so häufig betroffen sind. Krisen wie etwa der Bürgerkrieg in Syrien stellen zusätzliche Treiber dar. Wenn Haushalte mit Vertreibung und Verlust von Lebensgrundlagen zu kämpfen haben, greifen manche Familien darauf zurück, ihre Töchter vor dem 18. Lebensjahr zu verheiraten, um wirtschaftliche Schwierigkeiten zu bewältigen. Weibliche Genitalverstümmelung sinkt nichtIn 92 Ländern sei nach wie vor auch die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung (female genital mutilation, FGM) verbreitet, die meisten davon in Afrika, Asien und der arabischen Welt. Die Zahlen sinken zwar in einigen der 92 Länder, nicht aber in allen. Die Genitalverstümmelung von Mädchen ging bei 15- bis 19-Jährigen von 35 auf 25 Prozent zurück, der größte Teil dieses Rückgangs ereignete sich im letzten Jahrzehnt.In sieben Ländern, darunter Niger, Benin oder Uganda, wird erwartet, dass die Praxis bis 2030 endet. In anderen Ländern wie Somalia und Guinea ist sie noch weitverbreitet. Motive für die schädliche Praxis gebe es einige, etwa als „Übergangsritus“ in der Frauwerdung, zur Heiratsfähigkeit oder aufgrund eines vermeintlichen religiösen Gebots. Viele Eltern würden „nicht versuchen, ihrer Tochter zu schaden“, sondern versuchen, soziale oder religiöse Normen zu erfüllen. Man beobachte derzeit eine „Medikalisierung“ des Eingriffs, also, dass dieser öfter von medizinischem Personal durchgeführt werde. Außerdem wird FGM immer früher durchgeführt. Etwa die Hälfte der rund vier Millionen jährlich betroffenen Frauen würden vor ihrem fünften Geburtstag Opfer des Eingriffs, viele innerhalb der ersten Woche ihres Lebens. Auch in Österreich BetroffeneIm Vorjahr wurde das Mindestalter für Eheschließungen auf 18 Jahre angehoben. Bisher galt eine Ausnahme ab 16 Jahren, wenn ein Gericht die Person auf Antrag für ehefähig erklärte. Genauso wie Kinderehen sind auch FGM strafbar. Ebenso ist es verboten, ein Mädchen ins Ausland zu bringen, um es dort zwangszuverheiraten oder einer Genitalverstümmelung zu unterziehen.Laut aktuellen Schätzungen des Bundeskanzleramts könnten jedoch bis zu 5000 Frauen von Zwangsheirat betroffen oder bedroht sein. Zudem leben in Österreich rund 11.000 von FGM betroffene Frauen, bis zu 3.000 Mädchen gelten als gefährdet.

This is a summary. Read the full article at the original source.

Read full article at krone