Massiver Angriff mit ballistischen Raketen trifft Kiew

Russland startet erneut einen massiven Angriff mit ballistischen Raketen auf die ukrainische Hauptstadt. Explosionen lassen die Einwohner nicht zur Ruhe kommen und fordern mindestens ein Todesopfer.
Russland startet erneut einen massiven Angriff mit ballistischen Raketen auf die ukrainische Hauptstadt. Explosionen lassen die Einwohner nicht zur Ruhe kommen und fordern mindestens ein Todesopfer. Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist vom russischen Militär massiv mit ballistischen Raketen angegriffen worden. Dutzende Explosionen teils von Flugabwehrraketen waren in der Nacht im Zentrum der Dreimillionenstadt zu hören, wie ein Reporter vor Ort berichtete. Bürgermeister Vitali Klitschko informierte über Einschläge und Schäden in mehreren Stadtteilen. Der Militärverwaltung zufolge wurde dabei in der Nacht zu Sonntag ein Mensch getötet. Mindestens sieben Menschen sind laut Klitschko zudem verletzt worden. Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge wurden mehr als zwei Dutzend ballistische Raketen auf Ziele in und nahe der Hauptstadt abgefeuert. Laut Bürgermeister Klitschko und den Behörden lösten die Angriffe Brände aus und beschädigten mehrere Gebäude. Laut der Militärverwaltung wurde ein Wohngebäude im Bezirk Schewtschenkiwsky getroffen. Zudem sei ein Einkaufszentrum mit Freizeiteinrichtungen im Stadtteil Dniprowsky getroffen worden. Alarmanlagen durch Wucht der Detonationen ausgelöst Eine Detonation war so stark, dass sie die Alarmanlagen geparkter Autos im Stadtzentrum aktivierte, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Explosionen waren auch in Luftschutzeinrichtungen zu hören. Kurz zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe vor ballistischen Raketen gewarnt, die sich Kiew näherten. Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren fast täglich mit Raketen- und Drohnenangriffen. Mit westlicher Hilfe, besonders aus Deutschland, wurde die Flugabwehr modernisiert. Zuletzt klagte Kiew jedoch über einen Mangel an Fluglenkkörpern für das Flugabwehrsystem Patriot zur Abwehr ballistischer Raketen. Auch die ukrainische Armee verstärkte ihre Drohnenangriffe auf Russland zuletzt deutlich. Bei Angriffen auf zwei Logistikzentren in Russland waren nach Behördenangaben am frühen Samstag insgesamt acht Menschen getötet worden. Selenskyj reagiert auf Proteste gegen Absetzung von Fedorow Präsident Selenskyj sagte derweil mit Blick auf die anhaltenden Proteste gegen die Ablösung von Verteidigungsminister Fedorow: "Natürlich höre ich, was die Menschen sagen." Er habe sowohl mit Fedorow als auch mit Armeechef Oleksander Syrsky gesprochen. "Entscheidungen bezüglich der Armee werden ausgearbeitet", fügte er hinzu. In ukrainischen Medien wurde über eine mögliche Entlassung des Armeechefs spekuliert. Der beliebte Verteidigungsminister Fedorow war am Mittwoch im Rahmen einer Regierungsumbildung zurückgetreten. Am Samstag versammelten sich den dritten Tag in Folge zahlreiche Demonstranten in Kiew, um gegen Fedorows Ablösung zu protestieren. Zugleich forderten sie Syrskys Rücktritt. In seiner ersten Reaktion auf die Proteste dankte Fedorow den Demonstranten. "Ich glaube, dass sich alles zum Guten wenden wird", erklärte er. Für viele Ukrainer verkörperte der Verteidigungsminister, der nur sechs Monate im Amt war, die Modernisierung der von Bürokratie und Korruptionsvorwürfen belasteten Armee. Fedorow hatte die Digitalisierung der Streitkräfte und den Einsatz von Drohnen vorangetrieben. Unter seiner Leitung wurden zudem die Bezüge von Soldaten deutlich erhöht und Pläne für eine schrittweise Demobilisierung entwickelt. Nach seinem Rückzug warf Fedorow Armeechef Syrsky vor, seine Entlassung mit einem Ultimatum erzwungen zu haben. Er kritisierte zudem langsame bürokratische Abläufe und mangelnde Flexibilität innerhalb der Streitkräfte. (afp/dpa/bearbeitet von thp)
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