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Mütter stillen falsche Babys – nur eine erhält Schmerzensgeld

Mütter stillen falsche Babys – nur eine erhält Schmerzensgeld
Source:20min

Zwei Tage lang stillte eine Frau ein Neugeborenes, das nicht ihres war. Schuld war das Spital, das zwei Kinder vertauscht hatte. Nun liegt das Gerichtsurteil vor.

Die Freude über die Geburt ihrer kleinen Tochter währte für eine Frau im süditalienischen Avellino nicht lang. Denn Mitarbeitende der Privatklinik, in der sie im Oktober 2017 entbunden hatte, hatten zwei Babys vertauscht . Der fatale Fehler fiel erst nach rund zwei Tagen auf. So lange hatten zwei Mütter die falschen Kinder gestillt. Einer von ihnen muss das Spital nun 100'000 Euro (rund 92'400 Franken) Schmerzensgeld zahlen. Zwei Mütter, aber nur eine bekommt Geld: Warum? Nur eine der Mütter hatte gegen das Spital geklagt. Dies, nachdem das von der Staatsanwaltschaft eingeleitete Strafverfahren eingestellt worden war. Der Fehler des Spitalpersonals wurde als fahrlässiger Fehler bewertet. Daraufhin hatte eine der Mütter Klage eingereicht. Das Zivilgericht bewertete den Fall anders. Dort stand nicht die strafrechtliche Verantwortung, sondern die Frage nach dem entstandenen Schaden im Mittelpunkt. Das Urteil geht auf die psychischen Folgen ein, die die Frau nach dem Vorfall erlitten hatte. Sie habe «etwa 40 sehr schwierige Tage mit Schlafstörungen und einem Zustand starken Leidens» erlebt: anhaltender Anspannung, Angstzuständen, Wut sowie belastenden Erinnerungen an das Ereignis. Wie kam es überhaupt zu dem Fehler ? Zu der Verwechslung kam es beim Anziehen der Neugeborenen durch Spitalmitarbeitende. Dabei wurden offenbar die Armbänder der beiden Mädchen vertauscht und die Kinder daraufhin den falschen Müttern übergeben. Laut italienischen Medien hat die spätere Klägerin zwar bemerkt, dass ihre Tocher nach dem Anziehen durch das Spitalpersonal plötzlich andere Kleidung trug, «doch aufgrund ihres Vertrauens in die Einrichtung und der aussergewöhnlichen Natur des Vorfalls weckte dieses Detail bei ihr keinen Verdacht auf eine mögliche Verwechslung», schreibt «Corriere dell'Irpinia». Verewechslung fiel nur durch Zufall auf Der folgenschwere Fehler fiel laut italienischen Medien erst auf, als eines der Mutter-Tochter-Gespanne entlassen werden sollte. Im Rahmen einer abschliessenden Untersuchung begegneten sich die beiden Mütter durch Zufall. Eine der beiden hatte zu diesem Zeitpunkt Zweifel. Deshalb prüfte sie den Identifikationscode auf dem Armband des Babys und stellte fest, dass er nicht mit dem übereinstimmte, den sie nach der Geburt erhalten hatte. Sie meldete ihren Verdacht. Daraufhin leitete das Gesundheitsamt umgehend Ermittlungen ein, wie «Il Messagero» schreibt. Ein DNA-Test brachte schliesslich Klarheit : Die nur wenige Stunden nacheinander geborenen Mädchen waren vertauscht worden.

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