Sandro Wagner nimmt Julian Nagelsmann in Schutz
Die Kritik an Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann ist Sandro Wagner zu undifferenziert. Der einstige Co-Trainer von Nagelsmann sieht andere Gründe für das deutsche Debakel.
Bevor Sandro Wagner beim FC Augsburg krachend gescheitert ist, war er Assistent des früheren Bundestrainers Julian Nagelsmann. Rund zwei Wochen nach dessen Aus hat Wagner seinen einstigen Chef nun in Schutz genommen. Wagner nimmt Nagelsmann in Schutz „Es gab so viel Kritik, vor allem an Julian. Weniger an den Spielern, finde ich“, erklärte Wagner im Interview mit dem kicker. „Das hat sich ein Stück weit geändert, früher gab es mehr Kritik an den Spielern. Wir hatten zu wenige Spieler in Topform. Da ist es mir zu leicht, nur auf den Trainer und aufs Trainerteam zu gehen.“ Auf konkrete Ursachenforschung wollte sich der Ex-Bayern-Stürmer nicht begeben, schließlich stehe es ihm nicht zu, „die Fehler zu suchen oder zu benennen. Das ist nicht meine Aufgabe.“ WM? „Du brauchst Spieler am Limit“ Dennoch richtete Wagner ein paar kritische Fragen Richtung DFB: „Wurde den Spielern eine Plattform geboten, dass sie sich wohlfühlen? Im System, im Umfeld, damit sie ihre Top-Leistung bringen können?“ Denn „um bei einer WM etwas zu reißen, brauchst du Spieler am Limit“. Sein erster Posten als Cheftrainer im Profigeschäft stellte sich für Wagner nicht als „Wohlfühl-Plattform“ heraus. Nach nur zehn Punkten aus den ersten zwölf Ligapartien trennte sich der FC Augsburg Anfang Dezember 2025 von Wagner. Ein einprägendes Erlebnis für den 38 Jahre alten Trainerneuling, das er als „allgemein großes Learning“ bezeichnete und mit seiner aktiven Spielerkarriere verglich. „Da gab es Situationen, die auf dem Papier nicht gepasst, mich aber extrem weitergebracht haben. Das habe ich erst zehn Jahre später erkannt“, sagte Wagner. Selbiges gelte für seine Zeit als Übungsleiter der Fuggerstädter. „Ich bin mir ganz sicher, dass ich in zehn Jahren sagen kann: Top, dass ich in Augsburg war. Davon bin ich felsenfest überzeugt.“ Wo zieht es Sandro Wagner hin? Diese Erfahrung soll Wagner, der seine freie Zeit nach dem FCA-Aus nutzte, um durch Fußball-Europa zu reisen und dort Erkenntnisse zu sammeln, auch bei seiner nächsten Station helfen. Wo genau die sein wird, gab Wagner noch nicht preis, machte aber Andeutungen, sich zumindest aus Süddeutschland wegzubewegen. „Uns ist allen bewusst, dass es beim nächsten Mal weiter weggeht. Ob ich dann in Norddeutschland oder Italien wohne, ist ja fast schon wurscht“, erklärte der aktuell vereinslose Trainer. Angst, bei seiner nächsten Trainerstation wieder zu scheitern, hat Wagner nicht: „Ich habe gar keine Angst, ich habe nur Überzeugung. Solange meine Familie gesund ist, ist alles gut. Ansonsten hat dieser runde Ball mir und meiner Familie in den letzten 20 Jahren so viel gebracht. Es wäre total vermessen, wenn ich da Ängste hätte. Ich hab einfach nur Bock. Angst ist für mich nie ein Begleiter gewesen.“
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