„Spitzkick“-Glosse: Bitte nichts abschauen!

Die WM endet – doch die größten Schlagzeilen schrieb einmal mehr nicht der Fußball, sondern die FIFA. Warum sich die Fußballszene des Gelnhäuser Kreises davon lieber nichts abschauen sollte, weiß der Spitzkick dieser Woche.
Gelnhausen. Liebe Fußballfreunde im Kreis Gelnhausen, morgen endet also die WM. Hängen bleiben dürften allerdings weniger Tore als die neuesten Ideen aus der FIFA-Kreativabteilung. Die Messlatte für Absurditäten liegt inzwischen derart hoch, dass man sich über fast nichts mehr wundert: Eine XXL-WM mit 48, bald vielleicht sogar 64 Teams, Ticket-Wucher, eine Halbzeitpause, die aus Showgründen morgen statt 15 vermutlich 30 Minuten dauert – und eine Trinkpause pro Durchgang, weil dem Weltverband selbst 45 Minuten am Stück mittlerweile zu viel Fußball sind. Bei der FIFA scheint inzwischen jede Idee gut zu sein – solange sie sich vermarkten lässt. Bleibt nur zu hoffen, dass sich davon hier niemand etwas abschaut. Nicht, dass künftig vier Viertel gespielt werden. Oder für das Kreispokal-Finale plötzlich VIP-Tickets verkauft werden. Oder Gelnhausens Bürgermeister Christian Litzinger demnächst beim Kreisfußballwart Markus Breidenbach anruft und die Rücknahme einer Roten Karte für einen Spieler seines Heimatvereins TSV Höchst verlangt – die Vorlage dafür gäbe es ja inzwischen. Zum Glück beginnt wieder „unsere“ Saison – auf den Sportplätzen des Kreises Gelnhausen. Hier reichen schon zwei Mannschaften, ein Schiedsrichter, eine Bratwurst und ein Kaltgetränk. Mehr muss Fußball manchmal gar nicht sein. Den Rest darf die FIFA gerne behalten. GNZ
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