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"Strafe nicht gerechtfertigt": Hamilton ärgert sich nach Kollision mit Russell

"Strafe nicht gerechtfertigt": Hamilton ärgert sich nach Kollision mit Russell

Lewis Hamilton erhält für die Kollision mit George Russell eine Fünf-Sekunden-Strafe, doch ausgerechnet der Mercedes Pilot nimmt seinen Kontrahenten noch in Schutz

"Strafe nicht gerechtfertigt": Hamilton ärgert sich nach Kollision mit Russell Lewis Hamilton erhält für die Kollision mit George Russell eine Fünf-Sekunden-Strafe, doch ausgerechnet der Mercedes Pilot nimmt seinen Kontrahenten noch in Schutz (Motorsport-Total.com) - Die Kollision zwischen Lewis Hamilton und George Russell war einer der großen Aufreger beim Großen Preis von Belgien: Der Ferrari-Pilot traf den Mercedes seines Kontrahenten in der ersten Rennrunde und schickte ihn in einen Dreher. Russell strandete im Kiesbett und musste das Rennen vorzeitig beenden. Großer Ärger oder Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Kontrahenten herrschte nach der Zieldurchfahrt allerdings nicht - ganz im Gegenteil. "Er hat es nicht mit Absicht getan", sagte Russell nach dem Vorfall ungewöhnlich versöhnlich. "Er trug zwar mehr Schuld als ich, aber er hat nichts Rücksichtsloses getan." Auch Hamilton sieht sich nicht als alleinigen Verursacher der Kollision. "Ich befand mich in einer Situation, in der es offensichtlich so aussah, als hätte George an Leistung verloren; dann setzte er außen zum Überholen an, und wir gerieten aneinander", beschreibt der Ferrari-Pilot die Szene im bekannten Streckenabschnitt "Les Combes". "Ich trug dabei einen Schaden davon und habe im weiteren Rennverlauf das Beste aus der Situation gemacht, trotz des Schadens und der anschließenden Strafe." Doch mit der fünfsekündigen Zeitstrafe, die Hamilton für die Kollision mit Russell erhielt, kann sich der Brite überhaupt nicht anfreunden. "Rennunfall": Hamilton und Russell sind sich einig "Meiner Meinung nach handelte es sich um einen Rennunfall; daher halte ich eine Strafe dafür für nicht gerechtfertigt", stellt Hamilton klar. Selbst der Leidtragende Russell bewertet den Zwischenfall in der ersten Runde eher als unglücklichen Rennunfall. "Vielleicht hätte ich etwas weiter rausfahren können, vielleicht hätte er etwas stärker bremsen können", grübelt der Mercedes-Pilot darüber nach, wie sich der Kontakt hätte vermeiden lassen. Und auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff macht seinem ehemaligen Erfolgspiloten, der jetzt für Ferrari fährt, keinerlei Vorwürfe. "[Russell] hat hier außen versucht, spät zu bremsen, und es hätte eigentlich seine Kurve sein sollen, aber das ist ein Rennunfall", lautet das Fazit des Österreichers bei Sky UK. "Solche Dinge können passieren, egal ob man ganz vorne, in der Mitte oder ganz hinten im Feld fährt." Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur stört sich vor allem am Strafmaß. "Wenn man bedenkt, dass sie bisher bei Zwischenfällen in der ersten Runde etwas weniger streng waren", erinnert der Franzose gegenüber Sky an vergleichbare Szenen, die straffrei blieben. So lautet die Begründung der Sportkommissare Wie begründeten die Sportkommissare ihre Entscheidung? "Bei der Anfahrt auf Kurve 5 in der ersten Runde versuchte Auto 63 [Russell] ein Überholmanöver auf der Außenbahn gegen Auto 44 [Hamilton]. Auto 63 war dabei ausreichend auf gleicher Höhe, um Anspruch auf Platz auf der Strecke zu haben. Auto 44 blieb auf der Innenbahn", heißt es in der Urteilsbegründung. Und weiter: "In der Kurve schob Auto 44 über die Vorderräder ins Untersteuern. Obwohl der Fahrer noch durch Gegenlenken versuchte auszuweichen, traf sein linkes Vorderrad die rechte Seite von Auto 63." Die Rennkommissare kamen zu dem Schluss, dass Hamilton keinen ausreichenden Abstand einhalten konnte und dadurch die Kollision verursachte. Gleichzeitig berücksichtigten die Sportkommissare mehrere strafmildernde Umstände. Hamilton habe versucht, ausreichend Platz zu lassen, und einen ernsthaften Versuch unternommen, die Kollision zu vermeiden. Die Berührung sei weder das Resultat eines aggressiven noch eines absichtlichen Manövers gewesen, sondern die Folge eines plötzlichen Gripverlusts an der Vorderachse. Hinzu kam, dass sich der Zwischenfall in der ersten Runde ereignete - einer Phase, in der das Feld bekanntermaßen eng zusammenliegt und häufig noch weniger Grip vorhanden ist. Aus diesen Gründen trug Hamilton laut Urteil zwar die alleinige Verantwortung für die Kollision, die Sportkommissare hielten jedoch eine Zeitstrafe von fünf statt der regulären zehn Sekunden für angemessen. Hamilton will sich bei Russell per Nachricht entschuldigen Ob sich die beiden Unglückspiloten nach dem Rennen auch persönlich ausgesprochen haben? "Ich werde ihm später eine Nachricht schicken", sagt Hamilton. "Das Letzte, was man jemals tun möchte, ist, mit seinem Teamkollegen oder seinem ehemaligen Team aneinander zu geraten. Ich respektiere sie." Für Russell, der im WM-Kampf erneut wertvollen Boden auf Teamkollege Kimi Antonelli verliert, war der Zwischenfall offenbar schnell abgehakt. Der Mercedes-Pilot ärgerte sich stattdessen vor allem über seine Antriebseinheit, die ihn überhaupt erst in diese unglückliche Situation gebracht hatte.

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