Tirols Grünen-Chef Mair für Gewessler als Spitzenkandidatin

Tirols Grünen-Chef Gebi Mair hat sich klar für Bundessprecherin Leonore Gewessler als Spitzenkandidatin bei der Nationalratswahl 2029 ausgesprochen. Die Partei wolle sich ja künftig als "Gerechtigkeitspartei" neu positionieren, dafür sei Gewessler "die Richtige", sagte Mair im APA-Interview. Dass die Grünen die NEOS im Falle eines pinken Ausscheidens in der aktuellen Regierung ersetzen, schloss Mair aus. In Tirol will der Grünen-Frontmann nach der Wahl 2027 wieder regieren.
Tirols Grünen-Chef Mair für Gewessler als Spitzenkandidatin Tirols Grünen-Chef Gebi Mair hat sich klar für Bundessprecherin Leonore Gewessler als Spitzenkandidatin bei der Nationalratswahl 2029 ausgesprochen. Die Partei wolle sich ja künftig als "Gerechtigkeitspartei" neu positionieren, dafür sei Gewessler "die Richtige", sagte Mair im APA-Interview. Dass die Grünen die NEOS im Falle eines pinken Ausscheidens in der aktuellen Regierung ersetzen, schloss Mair aus. In Tirol will der Grünen-Frontmann nach der Wahl 2027 wieder regieren. Lesedauer: 2 Minuten Mit der aktuellen Performance der Grünen in der Bundesopposition zeigte sich der Landessprecher und Klubobmann zufrieden. Vor einem Jahr hatte er sich noch eine Strukturreform bei den Grünen gewünscht - nun sei er "happy" über die Entwicklung seiner Partei: Anhand des zu erarbeitenden neuen Leitbildes wolle man sich weniger auf Ideologie und stattdessen mehr auf die Lebensrealität der Menschen konzentrieren. Gewessler habe dafür "das Herz und das Engagement", streute Mair seiner Bundessprecherin Rosen. Sie könne Pläne machen und auch umsetzen. Auf die Frage, warum es ein neues Leitbild brauche, gab der 42-Jährige selbstkritisch zu, dass man sich in der Vergangenheit oft den Vorwurf, als Partei "obergescheit" zu sein, gefallen haben lassen müssen - nun wolle man genauer zuhören und sich mehr am Alltag der Menschen orientieren. Obwohl für Mair "Gerechtigkeitsfighter" sowohl im Land wie auch im Bund fehlten, komme es für ihn nicht in Frage, für die NEOS in die Bundeskoalition einzuspringen, sollten sich die Pinken aufgrund interner Turbulenzen nicht mehr halten können: "Die NEOS lassen sich als Beiwagerl in dieser Regierung mitschleppen. In diese Rolle würden wir sicher nicht schlüpfen, erteilte Mair vereinzelt aufgetauchten Gerüchten eine dezidierte Absage. Für ihn wären Neuwahlen die logische Konsequenz, sollte die Regierung zerbrechen. Mattle "fix" nächster Landeshauptmann Landespolitisch machte Mair klar, seine Partei nach der Landtagswahl im Herbst 2027 nach fünf Jahren Opposition wieder in die Regierung führen zu wollen. Der nächste Landeshauptmann sei für ihn schon "fix" und werde weiter Anton Mattle (ÖVP) heißen. Dies sei auf jeden Fall gesetzt, auch wenn die FPÖ stimmenstärkste Partei werden würde. "Wenn die ÖVP Erste sein wird, dann wird sie sich aussuchen, ob sie mit den Freiheitlichen in einer Zweier- oder mit den Grünen und noch einer Partei in einer Dreierkoalition regiert", erklärte Mair und wollte gleichzeitig nicht sagen, was wahrscheinlicher sei. Um eine FPÖ in der Regierung zu verhindern, war Mair aber offenbar auch bereit, einer zweitplatzierten ÖVP den Landeshauptmannsposten zu sichern. "Wenn die ÖVP nicht Erste wird, wird sie erst recht schauen, dass sie eine Koalition ohne FPÖ bilden kann, und das geht nur mit den Grünen", brachte der Landessprecher seine Partei ins Spiel. Tirol stehe daher vor der Entscheidung: "Sind die Blauen in der Regierung oder gibt es eine Dreierkoalition mit den Grünen." Grüne Koalitionsbedingungen Er könne persönlich gut mit Mattle, "sein Hauptproblem ist, dass er keine ordentliche Regierung hat. Da fehlt es an Herz, da fehlt es an Leidenschaft, da fehlen die Grünen", kritisierte Mair und warb damit für eine grüne Regierungsbeteiligung. Gleichzeitig stellte er Bedingungen für eine solche: So müsse sich etwa beim Transit etwas messbar zum Positiven für die Bevölkerung verändern. So brauche es etwa eine Weiterentwicklung der unter grüner Regierungsbeteiligung eingesetzten Maßnahmen zur Transitbekämpfung, wie das sektorale Lkw-Fahrverbot oder das Nachtfahrverbot: "Das hat man nicht weiterentwickelt. Mit den Grünen ändert sich im Verkehr fix etwas." Es brauche etwa ein Lärmschutzgesetz und eine Verlagerungsgarantie auf die Schiene. Beim Thema Wohnen müssten Vorbehaltsflächen mit einer vorgegebenen Mindestfläche verpflichtend werden. Wichtig sei dem 42-Jährigen auch, dass die Personalpolitik nicht nur beim Landeshauptmann liege. Gefragt ob er das zur Koalitionsbedingung machen würde, antwortete der Klubobmann ausweichend: "Ich habe gelernt, dass Personalangelegenheiten transparent sein müssen." "Bettvorleger" Reformpartnerschaft Hart ging der gebürtige Stubaier mit der vom Bund und Ländern ausgerufenen Reformpartnerschaft ins Gericht. Diese sei als "Tiger gestartet und als Bettvorleger gelandet". "Da ist nichts passiert, man hat nichts auf den Boden gekriegt", kritisierte er auch den bis Juli Vorsitzenden der Landeshauptleutekonferenz, Mattle. Generell attestierte er der schwarz-roten Tiroler Landesregierung spätestens seit der "Implosion der SPÖ" einen "Stillstand". Die Grünen sind in Tirol seit 1989 im Landtag vertreten. Von 2013 bis 2022 regierte man als Juniorpartner mit der ÖVP. Seitdem befand man sich wieder in Opposition. Bei der Landtagswahl 2022 erreichten die Grünen 9,20 Prozent bzw. drei Mandate und verloren damit 1,47 Prozentpunkte. (Quelle: APA)
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