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Unwetter verursacht Stromausfall in Blausteiner Seniorenheim

Unwetter verursacht Stromausfall in Blausteiner Seniorenheim

Unwetter in Blaustein: Stromausfall trifft Seniorenheim. Theologe Johannes Mack warnt vor Risiken, Stadtwerke erklären Ursache.

Stromkrise Unwetter verursacht Stromausfall in Blausteiner Seniorenheim Blaustein • Lesedauer: 4 min. Vergangene Woche Donnerstag ging gegen 17 Uhr ein schweres Unwetter über dem Raum Ulm nieder. Dieses Unwetter war dann auch die Ursache für einen längeren Stromausfall in Blaustein, auch das dortige Seniorenheim in der Boschstraße war längere Zeit stromlos. Der Theologe Johannes Mack hat den Stromausfall miterlebt. Er sagt: „Das zeigt eindrucksvoll, wie verletzlich Pflegeeinrichtungen bei einem länger andauernden Stromausfall sind.“ Er spricht von einer belastenden Situation für Bewohnerinnen und Bewohner und das Pflegepersonal: „Im gesamten Haus fiel die Beleuchtung aus, lediglich die Notbeleuchtung der Fluchtwege funktionierte noch. Besonders problematisch war dies in den fensterlosen Sanitärbereichen der Bewohnerzimmer, die vollständig im Dunkeln lagen. Gerade für ältere Menschen und insbesondere für Menschen mit Demenz führte dies zu großer Verunsicherung und teilweise auch zu Panik.“ Stromausfall legt Seniorenheim in Blaustein stundenlang lahm Auch sei der Betrieb der Einrichtung war erheblich eingeschränkt gewesen: „Die Küche, Spülmaschinen und weitere technische Einrichtungen fielen aus. Zudem funktionierten die Sicherungssysteme für demenziell erkrankte Bewohner nicht mehr, sodass besondere Aufmerksamkeit erforderlich war. Gleichzeitig mussten die Mitarbeitenden zahlreiche zusätzliche Aufgaben übernehmen und die Situation mit großem Einsatz bewältigen.“ Mack sagt: „Der Vorfall sollte aus meiner Sicht Anlass sein, die Notstromversorgung und die Krisenvorsorge in Pflegeeinrichtungen kritisch zu überprüfen. Gerade dort leben Menschen, die in besonderem Maße auf eine funktionierende Infrastruktur angewiesen sind. Ein länger andauernder Stromausfall kann hier schnell zu einer ernsten Belastung für Bewohner und Personal werden.“ Zur Ursache des Stromausfalls teilt Sebastian Koch von den Stadtwerken Ulm mit: „Am Donnerstag, 16. Juli 2026, kam es infolge eines Unwetters zu einem Stromausfall in Teilen von Blaustein. Ursache waren mehrere umgestürzte Eschen, die an verschiedenen Stellen Freileitungen des Mittel- und Niederspannungsnetzes beschädigten oder abrissen. Dadurch war die Stromversorgung in betroffenen Bereichen zeitweise unterbrochen. Die Wiederversorgung gestaltete sich aufgrund des Schadensbildes aufwendig. Um die Versorgung der betroffenen Kundinnen und Kunden schnellstmöglich wiederherzustellen, kamen unter anderem zwei mobile Stromaggregate zum Einsatz. Bis etwa 18.20 Uhr konnten die betroffenen Netzbereiche schrittweise wieder versorgt werden. Am darauffolgenden Tag wurden die beschädigten Freileitungen vollständig instandgesetzt. Anschließend konnten die mobilen Aggregate zurückgebaut und der reguläre Netzbetrieb wiederhergestellt werden.“ Notfallvorsorge im Fokus: mobile Aggregate hielten Strom Auf die Frage, welche Maßnahmen die ADK GmbH als Betreiberin des Blausteiner Seniorenheims in Sachen Notfallvorsorge ergreift, teilt diese zunächst mit: „Es stand eine Notbeleuchtung zur Verfügung, sodass die Orientierung im Gebäude jederzeit gewährleistet war. Sowohl die Brandmeldeanlage als auch die Notbeleuchtung und die interne Rufanlage werden während eines Stromausfalls durch eine batteriegestützte Stromversorgung aufrechterhalten.“ Generell gelte: „Unsere Seniorenzentren halten bereits seit langem Lebensmittel und Getränke für mindestens eine Woche vor. Darüber hinaus werden Medikamentenpläne, Stammdaten der Bewohner sowie die Kontaktdaten der Angehörigen trotz digitaler Dokumentation zusätzlich in Papierform vorgehalten. Dadurch stehen alle wichtigen Informationen auch bei einem Ausfall der IT jederzeit zur Verfügung.“ „Wir arbeiten derzeit an einem Krisenplan und stehen hierzu über das Landratsamt auch mit anderen stationären Pflegeeinrichtungen der Region im Austausch. Unabhängig davon sind unsere Seniorenzentren in das bestehende Krisenmanagement der ADK GmbH eingebunden“, heißt es weiter. Krisenpläne und analoge Backups sichern Versorgung Auch am Donnerstag sei vorsorglich kurzfristig Unterstützung durch die Betriebstechnik aus einem anderen ADK-Standort nach Blaustein entsandt worden. Vor Ort habe sich jedoch schnell gezeigt, dass die Ursache des Stromausfalls außerhalb der Einrichtung lag und die Situation durch die Mitarbeitenden vor Ort jederzeit gut beherrscht wurde. Ein Eingreifen sei daher nicht erforderlich gewesen. Der Mitarbeitende der Betriebstechnik blieb dennoch bis zur Wiederherstellung der Stromversorgung vor Ort, um gegebenenfalls beim Wiederanlauf der technischen Anlagen unterstützen zu können. Da alle Systeme nach der Rückkehr der Stromversorgung ordnungsgemäß wieder anliefen, war auch dies letztlich nicht notwendig. Der aktuelle Stromausfall führe zu keiner grundlegenden Neubewertung der Krisenvorsorge, da man sich bei der ADK GmbH bereits intensiv mit entsprechenden Vorsorgekonzepten beschäftige: „Gemeinsam mit externen Fachfirmen prüfen wir derzeit für jedes unserer Seniorenzentren, welche organisatorischen und baulichen Maßnahmen sinnvoll sind und in welcher Reihenfolge sie umgesetzt werden können.“ Dabei müsse allerdings berücksichtigt werden, dass stationäre Pflegeeinrichtungen derzeit weder für Maßnahmen zur Krisenvorsorge noch für Hitzeschutzmaßnahmen Fördermittel erhalten. Größere bauliche Anpassungen in Bestandsgebäuden könnten daher nur schrittweise und im Rahmen der jeweils verfügbaren finanziellen Möglichkeiten umgesetzt werden.

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