Verzweifelte Nachbarn - 93-Jährige wartete fast zwei Stunden auf Rettung

Eine betagte Steirerin war am Freitag zu Hause gestürzt. Nachbarn entdeckten die Dame und alarmierten die Rettung. Doch diese traf erst nach knapp zwei Stunden ein, wie die „Krone“ erfuhr. Der Ärger ist groß.
Eine betagte Steirerin war am Freitag zu Hause gestürzt. Nachbarn entdeckten die Dame und alarmierten die Rettung. Doch diese traf erst nach knapp zwei Stunden ein, wie die „Krone“ erfuhr. Der Ärger ist groß. „Was ist da mit unserem System los? Über solche Dinge muss diskutiert werden“, sagt Hans-Jürgen Geiger zur „Krone“. Er ist einer von mehreren Nachbarn im obersteirischen Trofaiach, die am Freitag in heller Verzweiflung waren. Aber von vorne: Eine 93-jährige Dame im Haus wird mitunter von einer anderen Hausbewohnerin täglich mit Essen versorgt. Als sich am Freitag zu Mittag niemand an der Tür meldete, sah diese durchs Fenster nach – und entdeckte die 93-Jährige am Boden liegend. Gemeinsam trieben die Nachbarn einen Ersatzschlüssel zur Wohnung auf. Mehrmals Rettung gerufen Die 93-Jährige war zwar bei Bewusstsein, aber zwischen Bett und Wand – wohl nach einem Sturz – eingeklemmt. Außerdem sei die Frau eingenässt gewesen. Wie lange sie schon dort lag, weiß keiner. Da sie über Rückenschmerzen klagte, hatten die Nachbarn Sorge, die Frau bei einem Befreiungsversuch verletzen zu können. „Um 11.13 Uhr wurde der erste Notruf abgesetzt“, sagt Geiger. Um 11.44 Uhr folgte der zweite Anruf der Nachbarn bei den Rettungskräften. Um 12.40 Uhr der dritte Anruf. „Um 13.05 Uhr traf die Rettung ein“, berichtet Geiger. „Die Frau ist über 90. Es kann nicht sein, wenn ein Notruf in einer zentralen Gegend an einem Freitagmittag abgesetzt wird, dass man knapp zwei Stunden warten muss!“ Rotes Kreuz will Fall genau prüfen und entschuldigt sich Vom Roten Kreuz heißt es auf „Krone“-Nachfrage: „Die geschilderte Wartezeit von beinahe zwei Stunden ist in einem Fall wie diesem nicht akzeptabel und entspricht in keiner Weise unserem Anspruch.“ Und weiter: „Nach den beim Anruf übermittelten Informationen und den ergänzenden Rückfragen ergaben sich in diesem Fall leider keine Hinweise auf eine akute, zeitkritische Notfallindikation.“ Man bedaure, dass die tatsächliche Situation „nicht in ihrer vollen Tragweite erkennbar war“. Auch hätte es an dem Tag sehr viele Einsätze gegeben. Man will den Fall nun genau prüfen und Maßnahmen ableiten, „um vergleichbare Abläufe künftig zu verhindern“ – und sich auch persönlich bei der Patientin und den Nachbarn entschuldigen. Hans-Jürgen Geiger bleibt dabei: „So etwas darf einfach nicht passieren.“
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